Viele Menschen wünschen sich Unterstützung im Haushalt, sei es, weil Beruf und Familie kaum Zeit lassen, weil nach einer Erkrankung oder Operation bestimmte Tätigkeiten nicht mehr möglich sind oder weil Senioren im Alltag zunehmend Hilfe benötigen.
Schnell taucht dabei die Frage auf: Was ist der Unterschied zwischen Putzhilfe und Haushaltshilfe?
Obwohl beide Begriffe im Alltag oft verwechselt werden, gibt es wichtige Unterschiede, die über Kosten, Ansprüche, Leistungen der Krankenkasse, Aufgabenbereiche, Voraussetzungen und Einsatzgebiete entscheiden.
Warum es wichtig ist, den Unterschied zu kennen
Der Alltag vieler Haushalte wird immer komplexer. Termine, Kinder, Job, Pflege von Angehörigen oder gesundheitliche Herausforderungen führen bei vielen Menschen zu einer erheblichen Belastung. Unterstützung im Haushalt kann Entlastung schaffen – doch welche Art von Hilfe ist für wen die richtige?
Kurz zusammengefasst:
- Eine Putzhilfe konzentriert sich auf Reinigungstätigkeiten.
- Eine Haushaltshilfe unterstützt den gesamten Haushalt sowie die Alltagsbewältigung, oft mit der Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder Pflegekasse.
Wer den Unterschied kennt, kann gezielt die richtige Dienstleistung auswählen, Missverständnisse vermeiden und finanzielle Vorteile nutzen.
Begriffsdefinitionen – Putzhilfe vs. Haushaltshilfe
Was ist eine Putzhilfe?
Eine Putzhilfe, auch Reinigungskraft, Putzkraft oder umgangssprachlich Putzfrau, übernimmt klassische Reinigungsarbeiten in einem Privathaushalt oder Büro.
Ihr Schwerpunkt liegt auf:
- Sauberkeit
- Hygiene
- Oberflächenpflege
- Grundreinigung
Putzhilfen arbeiten meist in festgelegten Zeitintervallen, z. B. 2 Stunden pro Woche oder 3 Stunden alle zwei Wochen.
Typische Aufgabenbereiche einer Putzhilfe
- Staubsaugen und Bodenpflege
- Reinigung von Bad und Küche
- Abwischen von Möbeln und Wänden
- Müllentsorgung
- Fensterreinigung
- Entkalken oder spezielle Reinigungsaufgaben (nach Absprache)
Was Putzhilfen NICHT übernehmen:
- Kinderbetreuung
- Einkäufe
- Kochen
- Begleitung zu Terminen
- Alltagsorganisation
- Pflegeunterstützung
Damit unterscheiden sie sich in ihren Aufgabenbereichen deutlich von Haushaltshilfen.
Was ist eine Haushaltshilfe?
Eine Haushaltshilfe unterstützt Privatpersonen, Familien, Senioren, Pflegebedürftige und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen umfassend im Alltag – und das nicht nur beim Putzen.
Sie hilft dort, wo der Alltag alleine kaum oder gar nicht zu bewältigen ist.
Typische Tätigkeiten einer Haushaltshilfe
- Reinigung (wie eine Putzhilfe)
- Wäsche waschen, bügeln, sortieren
- Einkäufe & Besorgungen
- Kochen und Vorbereitung von Mahlzeiten
- Kinderbetreuung oder Beaufsichtigung
- Unterstützung bei der Alltagsbewältigung
- Organisation des Haushalts
- Leichte Gartenarbeiten (z. B. Blumenpflege)
- Begleitung zu Arztterminen oder Behörden
- Unterstützung nach Operationen oder bei Erkrankungen
Eine Haushaltshilfe ist somit breiter einsetzbar, flexibler und gezielt auf unterschiedliche Lebenssituationen ausgerichtet.
Unterschiede zwischen Putzhilfe und Haushaltshilfe im Überblick
| Kategorie | Putzhilfe | Haushaltshilfe |
|---|---|---|
| Reinigung | ✓ | ✓ |
| Wäschepflege | ✗ | ✓ |
| Kochen | ✗ | ✓ |
| Einkaufen | ✗ | ✓ |
| Betreuung von Kindern | ✗ | ✓ |
| Unterstützung bei Erkrankungen | ✗ | ✓ |
| Organisation & Haushaltssystem | ✗ | ✓ |
| Gartenarbeiten | selten | häufig |
| Kostenübernahme durch Kassen | selten | Ja, ab Pflegegrad 1 anteilig |
Eine Haushaltshilfe ist deutlich umfassender und ersetzt in vielen Situationen die eigene Haushaltsführung vollständig.
Vollständige Haushaltsführung“ umfasst dabei alle Tätigkeiten, die nötig sind, damit:
- Kinder versorgt sind
- Essen im Haushalt verfügbar ist
- Hygiene gewährleistet ist
- tägliche Abläufe funktionieren
- Ordnung und Sicherheit gegeben sind
Für wen ist eine Putz- oder Haushaltshilfe geeignet?
Putzhilfe:
- Berufstätige
- Haushalte, die nur Reinigung und Reinigungskräfte benötigen
- Menschen, die Ordnung halten können, aber Unterstützung beim Putzen brauchen
Haushaltshilfe:
- Familien mit kleinen Kindern
- Senioren
- Menschen nach Krankheit oder Operation
- Haushalte mit Pflegegrad
- Menschen mit Stress, Erschöpfung oder gesundheitlichen Problemen, die Hilfe im Haushalt benötigen
- Alle, die dauerhafte oder flexible Alltagsunterstützung bei verschiedenen Haushaltsaufgaben benötigen
Einsatzgebiete – wann reicht eine Putzhilfe, wann braucht man eine Haushaltshilfe?
Wann eine Putzhilfe ausreicht
- Wohnung ist grundsätzlich organisiert
- Es geht nur um Sauberkeit
- Keine gesundheitlichen Einschränkungen
- Wenig Zeit, aber kein zusätzlicher Unterstützungsbedarf
Wann eine Haushaltshilfe sinnvoll oder notwendig ist
- schwerer Unfall, Krankheit, Operation
- Burn-out, Erschöpfung, psychische Erkrankungen
- Pflegebedürftigkeit oder Pflegegrad
- Schwangerschaft (ärztlich attestiert), Wochenbett
- Haushalt mit Kindern unter 12 Jahren
- Senioren, die Unterstützung suchen
- Alltag kann nicht alleine bewältigt werden
In vielen dieser Fälle zahlt sogar die Krankenkasse oder Pflegekasse.
Bedingungen für die Kostenübernahme einer Haushaltshilfe durch die Krankenkasse
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Haushaltshilfe, wenn bestimmte medizinische und familiäre Voraussetzungen erfüllt sind.
1. Ärztliches Attest/medizinische Notwendigkeit
Die Krankenkasse zahlt, wenn ein Arzt bestätigt, dass die Person:
- krank,
- nach einer Operation eingeschränkt,
- hospitalisiert,
- schwer erkrankt,
- schwanger oder
- im Wochenbett ist
und den Haushalt deshalb nicht selbst führen kann.
2. Kinder unter 12 Jahren im Haushalt
Bei vielen Krankenkassen gilt:
- Es muss mindestens ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt leben.
- Bei Kindern mit Behinderung entfällt die Altersgrenze.
In diesem Fall werden Leistungen oft großzügiger bewilligt.
3. Keine andere im Haushalt lebende Person kann den Haushalt übernehmen
Die Leistung wird nur gewährt, wenn:
- kein Partner,
- kein anderes erwachsenes Haushaltsmitglied
die Aufgaben übernehmen kann, etwa wegen Berufstätigkeit oder eigener Einschränkungen.
4. Der Ausfall ist vorübergehend
Die Krankenkasse bezahlt Haushaltshilfe bei zeitlich begrenzten Ausfällen, zum Beispiel:
- nach Operationen
- bei akuter Erkrankung
- während eines Krankenhausaufenthalts
- bei schweren Infekten
- in Risikoschwangerschaften
- im Wochenbett
5. Antragstellung vor oder kurz nach Einsatzbeginn
- Ein ärztliches Formular („Haushaltshilfe nach § 38 SGB V“) muss eingereicht werden.
- Die Kasse muss dem Einsatz zustimmen.
Bedingungen für die Kostenübernahme durch die Pflegekasse
1. Es muss ein Pflegegrad vorhanden sein
Bereits ab Pflegegrad 1 profitieren Pflegebedürftige von verschiedenen Leistungen der Pflegekasse, wie beispielsweise dem Entlastungsbetrag von 131 €, der genutzt werden kann, um anerkannte Leistungen zu verrechnen. Ab Pflegegrad 2 kann zusätzlich das Pflegegeld, welches frei zur Verfügung steht, genutzt werden.
2. Haushaltshilfe fällt unter „Entlastungsleistungen“
- 131 € monatlich stehen jedem Pflegegrad zu
- können für Haushaltshilfe und Alltagsunterstützung verwendet werden
Voraussetzung:
- Der Anbieter, wie zum Beispiel die Agentur für Haushaltshilfe muss anerkannt sein.
3. Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege möglich
Wenn die pflegende Person ausfällt, darf eine Haushaltshilfe über folgende Leistungen abgerechnet werden:
- Verhinderungspflege (bis 1.612 € pro Jahr)
- Kurzzeitpflege (kombinierbar)
Dies gilt z. B. wenn:
- der pflegende Angehörige krank wird
- ein Notfall eintritt
- Erholungsurlaub notwendig ist
4. Unterstützung im Alltag
Die Pflegekasse übernimmt Haushaltshilfen, wenn sie zur:
- Entlastung
- Begleitung
- Unterstützung im Alltag
beitragen und der pflegebedürftigen Person helfen, den Alltag zu bewältigen.
Kurz zusammengefasst: Wann zahlt wer?
Die Krankenkasse zahlt, wenn:
✔ medizinische Notwendigkeit
✔ Haushalt kann nicht selbst geführt werden
✔ Kinder unter 12 Jahren leben im Haushalt (meist erforderlich)
✔ Einsatz ist zeitlich begrenzt
✔ ärztliches Attest liegt vor
Die Pflegekasse zahlt, wenn:
✔ Pflegegrad vorhanden
✔ Entlastungsleistungen genutzt werden
✔ Pflegeperson ausgefallen ist (Verhinderungspflege)
✔ Leistungsträger ein anerkannter Anbieter ist
Kosten, Preise & Finanzierungsmöglichkeiten einer Putzkraft oder Haushaltshilfe
Was kostet eine Putzhilfe?
Die Preise variieren stark je nach Stadt, Erfahrung und Umfang.
Typische Richtwerte:
- Privat, Minijob-Basis: 13–17 € pro Stunde
- Über Agentur: 20–30 € pro Stunde
- Professionelle Reinigungskraft mit Rechnung: 25–40 € pro Stunde
Weitere Kostenfaktoren
- Fensterreinigung
- Grundreinigung nach Umbau
- Entfernung von hartnäckigem Schmutz
- Größe der Wohnung
- Anfahrtskosten
Was kostet eine Haushaltshilfe?
Da der Aufgabenbereich breiter ist, sind die Preise etwas höher.
Typische Kosten:
- Privat, Minijob-Basis: 14–18 € pro Stunde
- Professionelle Haushaltshilfe von Agentur: 25–40 € pro Stunde
- Spezielle Pflegealltagshilfe: 30–45 € pro Stunde
Kostenübernahme durch Krankenkasse
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Haushaltshilfe, wenn:
- eine ärztliche Bescheinigung vorliegt
- Alltag und Haushalt ohne Hilfe nicht möglich sind
- ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt lebt (bei Eltern)
- eine Operation, Schwangerschaft oder Erkrankung vorliegt
Typische Einsatzfälle:
- Knochenbruch
- OP am Knie, an der Hüfte, an der Wirbelsäule
- stationäre Behandlung
- schwere Erkrankung mit Einschränkung
Die Kostenübernahme kann zwischen 100 % und Teilbeträgen liegen, je nach Kasse.
Unterstützung durch die Pflegekasse
Bei Pflegegrad gelten andere Regelungen.
Wichtige Leistungen
- 131 € monatlicher Entlastungsbetrag
- Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege (bis 3.539 € pro Jahr)
- Haushaltsnahe Dienstleistungen über Kooperationspartner
Damit können Senioren und pflegebedürftige Menschen eine Haushaltshilfe langfristig finanzieren.
Rechtliche Grundlagen
Eine Putzhilfe oder Haushaltshilfe sollte bei privater Anstellung legal angemeldet werden.
Vorteile:
- Unfallversicherung
- rechtssicher
- Steuervorteile
- sichere Bezahlung
Agentur vs. private Anstellung einer Haushaltshilfe
Private Anstellung
- günstiger, aber mehr Verantwortung
- Arbeitgeberpflichten
- Ersatz bei Krankheit schwierig
Agentur
- geprüfte Kräfte
- Ersatz bei Ausfall
- rechtssichere Vermittlung
- transparente Preise
- steuerlich absetzbar
Alltagssituationen – Beispiele, die den Unterschied sichtbar machen
Beispiel 1 – Junge Familie nach Kaiserschnitt-OP
Nach einem Kaiserschnitt fällt die junge Mutter für mehrere Wochen teilweise oder vollständig aus. Sie kann sich nur eingeschränkt bewegen, darf nicht schwer heben und benötigt Zeit zur Heilung. Der Vater arbeitet Vollzeit und kann den Haushalt nur begrenzt übernehmen.
Da im Haushalt ein Kind unter 12 Jahren lebt, besteht ein klarer Anspruch auf Haushaltshilfe durch die Krankenkasse. Die ärztliche Bescheinigung bestätigt, dass die Mutter ihren Haushalt temporär nicht selbst führen kann.
Lösung:
Die Krankenkasse bewilligt eine Haushaltshilfe für mehrere Stunden am Tag. Die Unterstützung kommt über eine professionelle Agentur, damit alle Abrechnungen korrekt erfolgen.
Beispiel 2 – Senior mit Pflegegrad 2
Ein 78-jähriger Senior lebt alleine in seiner Wohnung. Er ist geistig fit, aber körperlich eingeschränkt: Treppensteigen fällt ihm schwer, längere Wege ebenso. Er besitzt Pflegegrad 2, wodurch er Anspruch auf den monatlichen Entlastungsbetrag von 131 € und Pflegegeld hat.
Der Senior möchte möglichst lange selbstbestimmt in seiner vertrauten Umgebung leben, braucht aber im Alltag regelmäßig Unterstützung.
Lösung:
Eine qualifizierte Haushaltshilfe kommt zweimal pro Woche und wird über den Entlastungsbetrag und das Pflegegeld der Pflegekasse finanziert.
Beispiel 3 – Berufstätiges Paar
Ein berufstätiges Paar arbeitet beide Vollzeit und hat eine anspruchsvolle Arbeitswoche. Die Wohnung bleibt sauber, aber es fehlt regelmäßig Zeit für gründliches Putzen. Der Alltag ist eng getaktet, sodass Haushaltsaufgaben schnell zur zusätzlichen Belastung werden.
Lösung:
Das Paar entscheidet sich für eine Putzhilfe, die zweimal pro Woche für jeweils zwei Stunden kommt. Die Aufgaben sind klar definiert und wiederholen sich planbar.
Beispiel 4 – Langzeit-Erkrankung
Eine alleinlebende Person leidet an einer chronischen Erkrankung oder befindet sich nach einer OP in einer langfristigen Rehabilitationsphase. Stehen, Bücken oder Tragen sind kaum möglich. Bereits alltägliche Aufgaben wie Kochen oder Einkaufen sind eine große Herausforderung.
Mit einer ärztlichen Verordnung wird bestätigt, dass die Person den Haushalt nicht selbst führen kann. Daher besteht Anspruch auf Haushaltshilfe durch die Krankenkasse, oft über mehrere Wochen oder Monate.
Lösung:
Eine geschulte Haushaltshilfe kommt regelmäßig, meist 3–5 Mal pro Woche, abhängig vom Umfang der Einschränkung.
Tipps für die Auswahl der richtigen Unterstützung
Auswahlkriterien für Putzhilfen
- Erfahrung und Zuverlässigkeit
- klare Absprache der Aufgaben
- Verfügbarkeit und Nähe
- transparente Preise
- Probeputzen vereinbaren
Auswahlkriterien für Haushaltshilfen
- empathische und freundliche Person
- Erfahrung im Umgang mit Familien oder Senioren
- Flexibilität
- Kenntnis über Alltagsbewältigung
- Möglichkeit der Kassenabrechnung
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Putzhilfe und Haushaltshilfe?
Eine Putzhilfe reinigt die Wohnung, eine Haushaltshilfe unterstützt zusätzlich im Alltag, kocht, wäscht, begleitet, organisiert und hilft bei Krankheit oder Pflegebedarf.
Wer bezahlt eine Haushaltshilfe bei Krankheit?
In vielen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten vollständig oder teilweise.
Wie finde ich eine Haushaltshilfe in meiner Nähe?
Über Agenturen, Online-Portale, regionale Anbieter.
Was kostet eine Putzhilfe pro Stunde?
Je nach Region zwischen 13 und 40 Euro.
Die richtige Unterstützung für Ihren Haushalt
Eine Putzhilfe ist ideal für die reine Reinigung.
Eine Haushaltshilfe geht weit darüber hinaus und ist besonders wertvoll für Familien, Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.
Wer den Unterschied versteht, kann gezielt die passende Unterstützung wählen und unter Umständen durch Krankenkasse oder Pflegekasse finanzielle Vorteile nutzen.
Eine professionelle Agentur sorgt dafür, dass Sie verlässliche, geprüfte und kompetente Helferinnen an Ihrer Seite haben – für einen leichteren Alltag, mehr Lebensqualität und Entlastung im Haushalt.