Palliativpflege ist ein ganzheitlicher Ansatz der Betreuung für Menschen mit einer schweren, fortschreitenden Erkrankung, bei der Heilung nicht mehr im Vordergrund steht. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Würde des Betroffenen zu wahren.
Die palliative Versorgung umfasst vier Phasen: Rehabilitationsphase, Präterminalphase, Terminalphase und Finalphase (auch Sterbephase) (Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/4_Phasen_nach_Jonen-Thielemann).
Dieser Artikel erklärt die einzelnen Phasen, die verschiedenen Versorgungsformen und wie die Agentur für Haushaltshilfe Sie und Ihre Familie unterstützen kann.
Was ist Palliativpflege? Grundlagen und Ziele
Palliativpflege, auch palliative care genannt, ist die umfassende Betreuung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen. Sie konzentriert sich auf die Linderung von Leiden, die Verbesserung der Lebensqualität und die Unterstützung von Patientinnen und Patienten sowie ihren Familien.
Im Mittelpunkt stehen körperliche Beschwerden, psychische Belastungen, soziale Bedürfnisse und spirituelle Fragen. Anders als in der kurativen Medizin, wo die Bekämpfung der Krankheit im Vordergrund steht, geht es in der Palliativpflege darum, die bestmögliche Lebensqualität trotz der Krankheit zu ermöglichen. Dies beinhaltet die Bewältigung von Symptomen wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Müdigkeit und Depressionen, aber auch die Unterstützung der Patienten bei der Bewältigung emotionaler, sozialer und spiritueller Herausforderungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass palliative care nicht nur für Menschen am Ende ihres Lebens gedacht ist, sondern bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf begonnen werden kann, um die Lebensqualität zu verbessern und die Symptome zu kontrollieren (Quelle: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/palliative-care).
Welche Versorgungsformen gibt es in der Palliativpflege?
Die Palliativversorgung kann an verschiedenen Orten stattfinden, je nach den Bedürfnissen und Wünschen des Patienten:
- Zuhause: Die häufigste und oft bevorzugte Option. Ermöglicht den Betroffenen, in vertrauter Umgebung zu bleiben. Die häusliche Palliativpflege erfordert jedoch oft eine gute Unterstützung durch Angehörige und professionelle Pflegedienste .
- Krankenhaus: Für Menschen mit komplexen Symptomen oder bei fehlender häuslicher Unterstützung. Palliativstationen in Krankenhäusern bieten eine spezialisierte Versorgung und sind oft mit einem interdisziplinären Team ausgestattet (Quelle: https://www.dgpalliativmedizin.de/neuigkeiten/palliativdienste-im-krankenhaus).
- Hospiz: Eine Einrichtung für Menschen in der letzten Lebensphase, die eine umfassende Begleitung und Entlastung bietet. Hospize legen Wert auf eine warme, familiäre Atmosphäre und bieten eine ganzheitliche Betreuung (Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/leistungen-der-pflegeversicherung/schwerstkranke-und-sterbende).
- Pflegeeinrichtung: Auch in Pflegeheimen wird palliative Versorgung angeboten, oft in Zusammenarbeit mit spezialisierten Teams. Allerdings kann die Individualität der Betreuung in Pflegeeinrichtungen manchmal eingeschränkt sein (Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/leistungen-der-pflegeversicherung/schwerstkranke-und-sterbende).
Was sind die vier Phasen der Palliativpflege?
Die palliative Versorgung lässt sich in vier Phasen unterteilen, die sich an der geschätzten Überlebenszeit und den Aktivitäten, die de Patienten noch möglich sind orientieren:
1. Rehabilitationsphase
In dieser Phase geht es darum, akute Symptome wie Schmerzen, Atemnot oder Übelkeit zu stabilisieren und die Lebensqualität schnellstmöglich zu verbessern. Das Ziel ist, die medizinische Situation zu beruhigen und eine Grundlage für die weitere Betreuung zu schaffen. Dies kann durch den Einsatz von Medikamenten, Sauerstofftherapie oder anderen medizinischen Maßnahmen erfolgen.
Die geschätzte Überlebenszeit beträgt Monate bis Jahre. Dabei kann die Möglichkeit bestehen, dass der Patient durch die passenden Therapiemaßnahmen weitestgehend ein normales gesellschaftliches Leben führen kann (Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/4_Phasen_nach_Jonen-Thielemann)
2. Präterminalphase
Diese Phase konzentriert sich auf die langfristige Kontrolle von Beschwerden, die mit der Grunderkrankung einhergehen. Durch eine individuelle Schmerztherapie, die Anpassung von Medikamenten und begleitende Maßnahmen wie Physiotherapie oder Entspannungstechniken soll die Lebensqualität nachhaltig verbessert werden.
Ein multidisziplinärer Ansatz ist hier entscheidend, da verschiedene Fachkräfte zusammenarbeiten, um die bestmögliche Symptomkontrolle zu gewährleisten. Die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans, der auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten ist, ist dabei unerlässlich.
In der zweiten Phase der Palliativpflege sind die Möglichkeiten zum aktiven Leben eingeschränkt. Jedoch können die Symptome durch angepasste Therapiemöglichkeiten gelindert werden. Die Überlebensdauer wird zwischen Wochen und Monaten geschätzt (Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/4_Phasen_nach_Jonen-Thielemann).
3. Terminalphase
In der Terminalphase wird die Überlebenszeit auf Tage bis Wochen geschätzt. Der Betroffene ist bettlägerig und zeigt bereits erste Zeichen aufgrund des naheliegenden Todes (Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/4_Phasen_nach_Jonen-Thielemann).
4. Finalphase (Sterbephase)
Die Abschiedsphase ist die Zeit, in der der Fokus auf ein würdiges Sterben und die Begleitung der Angehörigen gelegt wird.
Die Betroffene Person lebt wahrscheinlich nurnoch einige Stunden und liegt im Sterben (Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/4_Phasen_nach_Jonen-Thielemann).
Wer zahlt die Palliativpflege zu Hause?
Die Kosten für die Palliativpflege zu Hause werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen (Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/online-ratgeber-krankenversicherung/medizinische-versorgung-und-leistungen-der-krankenversicherung/angebote-fuer-sterbenskranke).
Dabei haben Patienten mit einer unheilbaren und fortschreitenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung Anspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) (Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37b.html).
Welche Voraussetzungen sind für Palliativpflege notwendig?
Palliativpflege ist für Menschen mit einer unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung geeignet, unabhängig von Alter oder Diagnose. Entscheidend ist, dass die Lebensqualität im Vordergrund steht und die Behandlung nicht mehr auf Heilung abzielt. Eine ärztliche Diagnose und die Feststellung einer begrenzten Lebenserwartung sind in der Regel erforderlich, um eine palliative Versorgung zu beantragen.
Voraussetzung für die Beantragung von Palliativpflege ist:
- eine durch die Erkrankung stark eingeschränkte Lebenserwartung.
- Ein Versuch der Heilung durch Therapie ist abgeschlossen oder nicht erwünscht.
- Der Versorgungsbedarf verlangt eine Palliative Betreuung.
(Quelle: https://www.kvno.de/praxis/qualitaet/genehmigungen/palliativversorgung)
Was wird bei der Palliativpflege gemacht?
Die Palliativpflege umfasst eine Vielzahl von Leistungen:
- Schmerztherapie: Linderung von Schmerzen durch Medikamente und alternative Methoden wie Akupunktur oder Entspannungstechniken.
- Symptomkontrolle: Behandlung von Übelkeit, Atemnot, Erschöpfung, Schlafstörungen und anderen Beschwerden.
- Psychologische Begleitung: Unterstützung bei Ängsten, Depressionen, Trauer und der Verarbeitung der Erkrankung.
- Soziale Beratung: Unterstützung bei rechtlichen und finanziellen Fragen, sowie bei der Organisation von Hilfsangeboten.
- Ernährungsberatung: Anpassung der Ernährung an die Bedürfnisse des Patienten, um die Lebensqualität zu verbessern.
- Hauswirtschaftliche Hilfe: Entlastung im Alltag durch Einkaufen, Kochen, Putzen und Wäsche.
Kann die Agentur für Haushaltshilfe bei der Palliativpflege unterstützen?
Ja, die Agentur für Haushaltshilfe kann eine wertvolle Ergänzung zur palliativen Versorgung sein. Wir unterstützen Patientinnen und Patienten sowie deren Familien durch:
- Haushaltshilfe: Reinigung, Wäsche, Einkauf und Kochen.
- Alltagsbegleitung: Spaziergänge, Vorlesen, Gesellschaft leisten, Begleitung zu Arztterminen.
- Entlastung der Angehörigen: Damit sie mehr Zeit für die persönliche Betreuung haben und sich um sich selbst kümmern können.
- Organisatorische Unterstützung: Übernahme von Einkäufen, Behördengängen und anderen Aufgaben.
FAQ zur Palliativpflege
Wer darf Palliativpflege machen?
Palliativpflege wird von einem interdisziplinären Team geleistet, bestehend aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachkräften, Sozialarbeitern, Psychologen, Seelsorgern und ehrenamtlichen Helfern. Die Qualifikation der Pflegenden ist wichtig, um eine hochwertige und sichere Versorgung zu gewährleisten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für palliative Versorgung?
Sobald die Erkrankung das Leben wesentlich beeinflusst und die Behandlung nicht mehr auf Heilung abzielt. Je früher palliative Maßnahmen eingeleitet werden, desto besser können die Symptome kontrolliert und die Lebensqualität verbessert werden.
Wird die Palliativpflege vom Pflegegeld bezahlt?
Die SAPV wird von der Krankenkasse übernommen, die allgemeine Palliativversorgung kann durch Pflegekassen und individuelle Finanzierung abgedeckt werden. Die Agentur für Haushaltshilfe kann je nach Leistung von der Pflegekasse anerkannt werden oder muss privat finanziert werden.
Fazit: Palliativpflege
- Frühzeitig informieren: Erkennen Sie die Anzeichen für Palliativpflege frühzeitig und suchen Sie Beratung bei Ihrem Arzt oder einem Palliativteam.
- Individuelle Versorgung planen: Besprechen Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse mit Ihrem Arzt und einem Palliativteam, um einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.
- Unterstützung annehmen: Nutzen Sie die Angebote der Krankenkasse, Pflegekasse und der Agentur für Haushaltshilfe, um sich und Ihren Angehörigen zu entlasten.
- Die Lebensqualität verbessern: Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihnen wichtig ist, und genießen Sie die Zeit mit Ihren Liebsten.
- Entlastung für Angehörige: Geben Sie Ihren Angehörigen die Möglichkeit, sich zu erholen und Kraft zu tanken, indem Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Dieser Beitrag wurde am 29.07.2026 veröffentlicht und am 21. Oktober 2026 aktualisiert.
