Grippeimpfung in der Schwangerschaft: Wann eine Impfung für Mutter und Kind empfohlen wird

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Wenn im Herbst und Winter viele Menschen an Fieber, Husten und Gliederschmerzen erkranken, stellt sich für Schwangere häufig die Frage nach der Grippeimpfung. Die Influenza unterscheidet sich deutlich von einer gewöhnlichen Erkältung und kann in der Schwangerschaft schwerer verlaufen. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, die saisonale Grippeimpfung in jeder Schwangerschaft. Influenza oder Erkältung: Was ist der Unterschied? Die Grippe (Influenza) ist eine akute, durch Influenzaviren verursachte Atemwegserkrankung. Die Zahl der jährlichen Influenzafälle ist hoch, etwa 10 % der Bevölkerung erkranken jedes Jahr. Dabei gibt es einige Unterschiede zu einer gewöhnlichen Erkältung, die vorwiegend die Schwere des Verlaufs der…

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Inhaltsverzeichnis

Wenn im Herbst und Winter viele Menschen an Fieber, Husten und Gliederschmerzen erkranken, stellt sich für Schwangere häufig die Frage nach der Grippeimpfung. Die Influenza unterscheidet sich deutlich von einer gewöhnlichen Erkältung und kann in der Schwangerschaft schwerer verlaufen. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, die saisonale Grippeimpfung in jeder Schwangerschaft.

Influenza oder Erkältung: Was ist der Unterschied?

Die Grippe (Influenza) ist eine akute, durch Influenzaviren verursachte Atemwegserkrankung. Die Zahl der jährlichen Influenzafälle ist hoch, etwa 10 % der Bevölkerung erkranken jedes Jahr. Dabei gibt es einige Unterschiede zu einer gewöhnlichen Erkältung, die vorwiegend die Schwere des Verlaufs der durch das Influenzavirus ausgelösten Erkrankung, betreffen.

Die Unterschiede zwischen der Influenza Infektion und einer Erkältung sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Merkmal Erkältung Influenzainfektion
Beginn Häufig schleichend Oft plötzlich
Fieber Eher selten oder mild Häufig deutlich
Glieder- und Muskelschmerzen Meist mild Oft ausgeprägt
Allgemeines Krankheitsgefühl Häufig moderat Oft stark
Erholungszeit Meist wenige Tage Kann deutlich länger sein

Übertragungswege einer Grippeerkrankung

Die Übertragung und Ansteckung mit dem Influenzavirus (Grippe) bei Schwangeren erfolgt prinzipiell auf die gleiche Weise wie bei Nichtschwangeren, wobei Grippeerkrankungen durch verschiedene Influenza-Viren ausgelöst werden können. Jedoch gibt es einige spezifische Überlegungen und Risiken, die beachtet werden sollten.

  • Tröpfcheninfektion: Die häufigste Übertragungsform der Grippeinfektion erfolgt über Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen freigesetzt werden. Diese Tröpfchen können von anderen Personen eingeatmet werden und so zu einer Infektion führen.
  • Aerosole: Auch Aerosole, also feine Partikel in der Luft, können das Influenza Viren enthalten und über längere Strecken transportiert werden.
  • Kontaktinfektion: Eine indirekte Übertragung kann über Hände und Oberflächen erfolgen. Wenn eine infizierte Person ihre Hände berührt und anschließend eine Oberfläche kontaminiert, kann das Virus von einer anderen Person aufgenommen werden, die diese Oberfläche berührt und sich dann ins Gesicht fasst (z.B. Augen, Nase, Mund) und so eine Grippeinfektion auslösen; gerade bei Influenza A sind gute Hygienemaßnahmen daher besonders wichtig.

Warum Schwangere ein höheres Risiko für schwere Grippeverläufe haben

In der Schwangerschaft verändern sich körperliche Systeme, um die Versorgung des ungeborenen Kindes sicherzustellen. Die Immunabwehr wird physiologisch angepasst, sodass das ungeborene Kind nicht als Fremdkörper behandelt wird. Zugleich steigen Anforderungen an Kreislauf und Atmung. Diese Veränderungen erhöhen das Risiko für schwere Verläufe einer Influenzaerkrankung.

Risiken bei Schwangeren

Schwangere Frauen haben ein höheres Risiko für schwerwiegende Komplikationen durch die Influenza im Vergleich zu Nicht-Schwangeren. Dies liegt daran, dass das Immunsystem während der Schwangerschaft verändert ist und somit weniger effektiv gegen Infektionen kämpfen kann. Zudem können chronische Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes, die bei Schwangeren häufiger auftreten, das Risiko für Komplikationen in jedem Schwangerschaftsmonat erhöhen.

Symptome einer Grippe Infektion

Die Symptome der Influenza bei Schwangeren sind in der Regel dieselben wie bei Nichtschwangeren und umfassen:

  • Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Laufende oder verstopfte Nase

Komplikationen einer Influenza Infektion

Schwangere Frauen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für folgende Komplikationen:

  • Sinusitis und Mittelohrentzündung: Diese sind bei Schwangeren häufiger und können zu erheblichen Beschwerden führen.
  • Lungenentzündung: Die Influenza kann eine bakterielle Lungenentzündung verursachen, die eine stationäre Behandlung erforderlich machen kann. Eine schwere Lungenentzündung kann zum Atemnotsyndrom führen, welches im Krankenhaus behandelt werden sollte.
  • Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht: Eine Grippeinfektion kann Frühgeburten verursachen und erhöht das Risiko für Babys mit niedrigem Geburtsgewicht.
  • Wachstumsverzögerungen beim Kind: Zudem steigt das Risiko für Wachstumsverzögerungen beim ungeborenen Kind.

Prävention einer Grippe (Influenza) in der Schwangerschaft

Um das Risiko einer Influenzainfektion während der Schwangerschaft zu minimieren, sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Impfung: Die Grippeschutzimpfung wird für schwangere Frauen stark empfohlen. Sie ist sicher und kann das Risiko von Komplikationen erheblich reduzieren.
  • Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife und Wasser oder Verwendung eines alkoholbasierten Handdesinfektionsmittels.
  • Meiden von Krankheitsherden: Vermeiden Sie den Kontakt mit kranken Menschen, besonders während der Grippesaison.

Schwangere Frauen sollten sich insbesondere in der kalten Jahreszeit und bei Ausbrüchen an die oben genannten Schutzmaßnahmen halten, da sie zur Risikogruppe gehören.

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Behandlung einer Grippe in der Schwangerschaft

Wenn eine schwangere Frau die Influenza entwickelt, ist es wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen. Arzneimittel sollten in der Schwangerschaft grundsätzlich nur nach ärztlicher Abwägung eingesetzt werden. Antivirale Medikamente können verschrieben werden, um die Symptome zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Es ist jedoch wichtig, diese Medikamente innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der Symptome einzunehmen, um ihre volle Wirksamkeit zu entfalten.

Was empfiehlt die STIKO zur Grippeimpfung in der Schwangerschaft?

Die Impfempfehlung der ständigen Impfkommission (STIKO) zur saisonalen Influenza-Impfung lautet: eine Impfung aller Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, da sie zu gefährdeten Personengruppen in der Bevölkerung zählen.

Bei erhöhter Gefährdung der Gesundheit aufgrund einer Grunderkrankung soll die Influenzaimpfung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Der Impfschutz sollte in jeder Schwangerschaft und vor jeder Influenzasaison erneuert werden.

Wie sicher ist die Influenzaimpfung für Mutter und Kind?

Für die Grippeimpfung in der Schwangerschaft werden in der Regel inaktivierte Influenza-Impfstoffe, also Totimpfstoffe, verwendet. Sie enthalten keine vermehrungsfähigen Influenzaviren und können daher keine Grippe auslösen.

Totimpfstoffe gelten in der Schwangerschaft grundsätzlich als anwendbar. Typische Reaktionen nach der Impfung sind Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen und leicht erhöhte Temperatur. Diese Nebenwirkungen sind vorübergehend und klingen meist nach kurzer Zeit ab.

Die vorliegenden Empfehlungen und Übersichten bewerten Totimpfstoffe in der Schwangerschaft als sicher. Die STIKO-empfohlene Impfung ist in der Schwangerschaft nicht mit Risiken verbunden, die über die typischen Impfreaktionen hinausgehen.

Nestschutz: Wie die Impfung das Baby nach der Geburt unterstützen kann

Der Nestschutz ist ein zeitlich begrenzter Schutz des Neugeborenen durch mütterliche Antikörper. Antikörper, die die Mutter nach einer Impfung bildet, können in der Schwangerschaft über die Plazenta auf das Kind übergehen und die erste Lebensphase überbrücken. Stillen kann den Schutz nach der Geburt ergänzen, ersetzt aber keine Impfungen für das Kind. Vor allem nachdem bei Kleinkindern der Nestschutz nicht mehr besteht, sind Impfungen wichtig, um schwere Krankheiten zu vermeiden.

Wann sollte man sich impfen lassen?

Die ideale Zeit für die Grippeimpfung ist rechtzeitig vor Beginn der Influenzasaison, die in Deutschland typischerweise im Herbst und Winter auftritt. Die STIKO-Empfehlung berücksichtigt vorwiegend eine vorsorgliche Abwägung im ersten Schwangerschaftsdrittel, bedeutet aber nicht, dass ein Totimpfstoff im ersten Trimenon grundsätzlich unsicher wäre.

  • Schwangerschaft ab dem 2. Trimester im Herbst/Winter: Impfung zeitnah besprechen
  • Erstes Trimester ohne besondere Risikofaktoren: Impfung prinzipiell für das zweite Trimenon einplanen
  • Erstes Trimester mit Grunderkrankung: zeitnahe ärztliche Beratung zur Impfung
  • Schwangerschaft beginnt erst nach der Grippesaison: Termin individuell mit der Praxis planen

Eine Impfung kann auch während einer laufenden Grippesaison sinnvoll sein. Der ideale Zeitpunkt darf nicht dazu führen, dass eine verpasste frühe Gelegenheit als Grund gegen eine spätere Impfung verstanden wird.

So läuft der Impftermin ab

Der Impftermin in der Frauenarztpraxis verläuft üblicherweise wie folgt:

  • Anamnese und Aufklärung
  • Prüfung von Impfstatus, Schwangerschaftswoche und aktuellen Beschwerden
  • Abklärung möglicher Gegenanzeigen
  • Injektion in den Oberarm
  • Kurze Beobachtung und Hinweise für die Zeit danach

Bei akuter schwerer Erkrankung mit Fieber kann der Termin vorübergehend verschoben werden. Einige Praxen ermöglichen auch, den Impftermin mit der Routineuntersuchung zu kombinieren.

Grippeimpfung und COVID-19-Impfung: Was gilt in der Schwangerschaft?

Influenza und COVID-19 werden durch unterschiedliche Viren verursacht; die Impfstoffe schützen daher gegen unterschiedliche Erkrankungen. Es gibt keine gemeinsame Empfehlung für alle Schwangeren.

Die Influenza-Impfung ist eine STIKO-Standardempfehlung für jede Schwangerschaft. Bei COVID-19 gibt es seit 2026 für gesunde Schwangere keine allgemeine Empfehlung zur Basisimmunität mehr. Eine Indikationsimpfung bleibt für Schwangere mit Grunderkrankungen oder schwangerschaftsassoziierten Komplikationen relevant, in der Regel ab dem zweiten Trimenon.

Influenza-Impfung COVID-19-Impfung
Empfehlung für gesunde Schwangere Ja, ab dem 2. Trimenon 2026 keine allgemeine Basisimpfempfehlung
Frühere Impfung bei Grunderkrankung Ab dem 1. Trimenon Individuell nach aktueller STIKO-Empfehlung
Aktualisierung Jährlich saisonal Abhängig von STIKO-Empfehlung

Grippeimpfung in der Stillzeit

Auch nach der Geburt kann eine Grippeimpfung sinnvoll sein. Sie schützt die Mutter selbst; beim Stillen können zusätzlich Antikörper über die Muttermilch vermittelt werden. Dieser zusätzliche Schutz ist wertvoll, ersetzt aber keine später empfohlenen Kinderimpfungen.

Haushaltshilfe in der Schwangerschaft

Eine Haushaltshilfe kann in der Schwangerschaft auf verschiedene Weise unterstützen. Hier sind einige der Aufgaben und Vorteile:

  • Haushaltstätigkeiten: Eine Haushaltshilfe kann bei alltäglichen Aufgaben wie Putzen, Wäschewaschen und Einkaufen helfen, was besonders wichtig ist, um die werdende Mutter zu schonen.
  • Kochen und Zubereitung von Mahlzeiten: Eine Haushaltshilfe kann gesunde Mahlzeiten zubereiten, die speziell auf die Bedürfnisse einer schwangeren Frau abgestimmt sind.
  • Unterstützung bei der Kinderbetreuung: Wenn bereits Kinder im Haushalt sind, kann eine Haushaltshilfe bei deren Betreuung unterstützen und so entlasten.
  • Transport und Begleitung: Eine Haushaltshilfe kann die werdende Mutter zu Arztterminen oder anderen wichtigen Verpflichtungen begleiten.
  • Organisation und Planung: Hilfe bei der Organisation von Terminen, der Verwaltung von Medikamenten oder der Vorbereitung auf das neue Familienmitglied.

Finanzierung durch die Krankenkasse

In Deutschland können Schwangere unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Haushaltshilfe durch die Krankenkasse haben. Hier sind die grundlegenden Informationen:

  • Vorsorgeleistungen: Die Krankenkassen bieten verschiedene Vorsorgeleistungen für Schwangere an, darunter auch Unterstützung im Haushalt.
  • Haushaltshilfe nach § 38 SGB V: Wenn eine schwangere Frau aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht in der Lage ist, den Haushalt zu führen, kann sie eine Haushaltshilfe beantragen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine angemessene Haushaltshilfe.
  • Arztzeugnis: Ein ärztliches Attest ist erforderlich, um die Notwendigkeit einer Haushaltshilfe nachzuweisen. Der Arzt muss bestätigen, dass die Schwangere den Haushalt nicht selbst führen kann.
  • Antragstellung: Die Beantragung der Haushaltshilfe erfolgt in der Regel über die Krankenkasse. Es ist ratsam, sich frühzeitig mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen und alle notwendigen Unterlagen vorzubereiten.

Fazit: Grippeimpfung in der Schwangerschaft auf einen Blick

In der Schwangerschaft kann eine Influenza schwerer verlaufen, als normalerweise. Deshalb empfiehlt die STIKO eine saisonale Grippeimpfung allen Schwangeren, ab dem zweiten Trimester. Bei einer höheren gesundheitlichen Gefährdung sollte diese jedoch schon früher erfolgen. Besprechen Sie den passenden Impftermin und mögliche individuelle Besonderheiten frühzeitig mit Ihrer Frauenarztpraxis oder hausärztlichen Praxis.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Besonders bei Vorerkrankungen, vorangegangenen Impfreaktionen, einer akuten Erkrankung oder Unsicherheiten zum passenden Zeitpunkt sollte die Entscheidung gemeinsam mit der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder der hausärztlichen Praxis getroffen werden.

Häufige Fragen zur Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Influenza-Totimpfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Viren. Verfügbare Daten und die STIKO-Empfehlung sprechen für eine gute Sicherheit in der Schwangerschaft. Individuelle Fragen gehören in die ärztliche Beratung.

Nein. Der verwendete Totimpfstoff kann keine Influenza auslösen. Kurzzeitige Impfreaktionen sind jedoch möglich.

Ohne erhöhte gesundheitliche Gefährdung wird die Impfung regulär ab dem zweiten Trimester empfohlen. Bei Grunderkrankungen kann sie bereits im ersten Trimenon angezeigt sein.

Ja, die STIKO empfiehlt die saisonale Impfung in jeder Schwangerschaft, weil sich Impfstoff und zirkulierende Influenzaviren saisonal verändern und der Schutz zeitlich begrenzt ist.

Impfstatus möglichst vor der Schwangerschaft prüfen und offene Impfungen frühzeitig mit der Praxis besprechen.

kira baturin redakteurin autorin agentur fuer haushaltshilfe

presse@agfh.de

Kira Baturin ist seit 2023 im Management der Teamkoordination der Agentur für Haushaltshilfe tätig. Als ausgebildete Doula bringt sie fundiertes Wissen rund um Schwangerschaft, Geburt und die besondere Lebensphase junger Familien mit. In ihren Beiträgen verbindet sie fachliche Erfahrung mit einem einfühlsamen Blick für die praktischen Herausforderungen werdender Mütter und Familien im Alltag. Dadurch vermittelt sie verlässliche Orientierung und schafft Vertrauen bei allen, die Unterstützung während der Schwangerschaft suchen.

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