Schwindel im Alter: Was helfen kann und welche Hausmittel gegen Schwindelgefühl sich bewährt haben

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Als Frau S., 79, morgens aus dem Bett aufstand, musste sie sich sofort an der Wand festhalten. Für einen Moment drehte sich das Schlafzimmer, ihre Beine fühlten sich unsicher an und ihr wurde übel. Der Weg ins Bad wurde zur Herausforderung. Viele ältere Menschen kennen solche Situationen. Schwindelgefühle gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alter und können das Leben erheblich einschränken. Einkaufen, Spaziergänge oder sogar das sichere Gehen in den eigenen vier Wänden werden plötzlich zur Belastung. Die gute Nachricht: Nicht jeder Schwindelanfall ist gefährlich. Oft können einfache Hausmittel gegen Schwindelgefühl und gezielte Maßnahmen im Alltag für Linderung sorgen. Gleichzeitig…

schwindel im alter
Inhaltsverzeichnis

Als Frau S., 79, morgens aus dem Bett aufstand, musste sie sich sofort an der Wand festhalten. Für einen Moment drehte sich das Schlafzimmer, ihre Beine fühlten sich unsicher an und ihr wurde übel. Der Weg ins Bad wurde zur Herausforderung.

Viele ältere Menschen kennen solche Situationen. Schwindelgefühle gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alter und können das Leben erheblich einschränken. Einkaufen, Spaziergänge oder sogar das sichere Gehen in den eigenen vier Wänden werden plötzlich zur Belastung.

Die gute Nachricht: Nicht jeder Schwindelanfall ist gefährlich. Oft können einfache Hausmittel gegen Schwindelgefühl und gezielte Maßnahmen im Alltag für Linderung sorgen. Gleichzeitig sollte Schwindel immer ernst genommen werden, denn hinter den Beschwerden können verschiedene Ursachen stecken.

Was ist Schwindel eigentlich?

Schwindel beschreibt eine Störung des Gleichgewichtssinns. Betroffene haben das Gefühl, dass sich die Umgebung bewegt, der Boden schwankt oder der eigene Körper nicht mehr richtig kontrolliert werden kann.

Typische Formen sind:

  • Drehschwindel: Die Umgebung scheint sich zu drehen.
  • Schwankschwindel: Gefühl wie auf einem Schiff.
  • Benommenheitsschwindel: Wattegefühl im Kopf.
  • Lagerungsschwindel: Schwindelattacken bei bestimmten Kopfbewegungen.

Häufig treten zusätzlich Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Unsicherheit beim Gehen, verschwommenes Sehen oder Ohrensausen auf.

Die häufigsten Ursachen für Schwindelgefühle

Schwindel kann viele Auslöser haben. Oft steckt keine einzelne Ursache dahinter. Gerade bei älteren Menschen kommen häufig mehrere Faktoren zusammen, die das Gleichgewicht beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, Schwindel ernst zu nehmen und die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.

Störungen im Innenohr

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr spielt eine zentrale Rolle für unser Gleichgewicht. Es sendet ständig Informationen an das Gehirn darüber, wie sich unser Kopf und Körper bewegen.

Beim gutartigen Lagerungsschwindel (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel, BPLS) verschieben sich kleine Kalkkristalle, sogenannte Otolithen, innerhalb des Innenohrs. Diese Kristalle reizen das Gleichgewichtssystem und führen dazu, dass das Gehirn widersprüchliche Signale erhält. Die Folge sind kurze, aber oft sehr intensive Schwindelattacken, beispielsweise beim Aufstehen, Hinlegen oder Umdrehen im Bett.

Weitere Erkrankungen des Innenohrs wie Morbus Menière oder eine Neuritis vestibularis (Entzündung des Gleichgewichtsnervs) können ebenfalls Schwindel auslösen. Häufig treten dabei zusätzliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Ohrensausen oder Hörstörungen auf.

Herz-Kreislauf-Probleme

Damit das Gehirn optimal arbeiten kann, benötigt es eine kontinuierliche Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Kommt es zu Störungen im Herz-Kreislauf-System, kann diese Versorgung vorübergehend beeinträchtigt werden.

Ein häufiger Auslöser ist niedriger Blutdruck. Besonders beim schnellen Aufstehen sackt der Blutdruck kurzzeitig ab, wodurch Betroffene plötzlich Schwindelgefühle, Benommenheit oder Schwarzwerden vor den Augen erleben können.

Auch Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Schwindel verursachen. Vor allem ältere Menschen sind davon häufiger betroffen. Treten die Beschwerden regelmäßig auf, sollte die Ursache unbedingt ärztlich untersucht werden.

Flüssigkeitsmangel

Viele Menschen trinken im Alter zu wenig. Das Durstgefühl nimmt häufig ab, gleichzeitig benötigt der Körper weiterhin ausreichend Flüssigkeit, um den Kreislauf stabil zu halten.

Bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass das Blut schlechter zirkuliert und der Blutdruck sinkt. Betroffene fühlen sich schwach, müde oder schwindelig.

Besonders an heißen Tagen, bei Fieber oder körperlicher Belastung steigt das Risiko für Kreislaufprobleme. Deshalb empfehlen Mediziner, täglich ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke zu sich zu nehmen, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen.

Medikamente

Nicht selten liegt die Ursache für Schwindel in der Hausapotheke. Viele Medikamente können das Gleichgewicht beeinflussen oder den Blutdruck verändern.

Zu den häufigsten Auslösern gehören:

  • Blutdrucksenker
  • Schlafmittel
  • Beruhigungsmittel
  • Antidepressiva
  • bestimmte Schmerzmittel
  • einige Antibiotika

Besonders bei älteren Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, steigt das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen. Wenn Schwindel neu auftritt oder sich nach einer Medikamentenumstellung verstärkt, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Stress und psychische Belastungen

Schwindel entsteht nicht immer durch eine körperliche Erkrankung. Auch psychische Belastungen können das Gleichgewicht beeinflussen.

Anhaltender Stress, Sorgen, Angstzustände oder Überforderung versetzen den Körper in einen dauerhaften Alarmzustand. Die Atmung verändert sich, die Muskulatur spannt sich an und das Nervensystem reagiert empfindlicher auf Reize. Dadurch können Benommenheit, Schwankschwindel oder Unsicherheitsgefühle entstehen.

Besonders belastend ist der Teufelskreis, der sich daraus entwickeln kann: Wer einmal eine starke Schwindelattacke erlebt hat, fürchtet häufig die nächste. Diese Angst verstärkt wiederum die Anspannung und damit oft auch die Beschwerden.

Stoffwechsel und andere Erkrankungen

Auch verschiedene Erkrankungen können hinter wiederkehrendem Schwindel stecken. Dazu gehören unter anderem:

  • Diabetes mellitus
  • Unterzuckerung
  • Blutarmut (Anämie)
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • neurologische Erkrankungen
  • Migräne

Gerade wenn Schwindel gemeinsam mit weiteren Symptomen wie Schwäche, Konzentrationsproblemen oder Sehstörungen auftritt, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Oft kommen mehrere Ursachen zusammen

Frau H., 84, bemerkte ihre Schwindelgefühle vor allem morgens. Die Untersuchung zeigte später, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielten: Sie trank zu wenig, nahm verschiedene Medikamente ein und hatte zusätzlich einen niedrigen Blutdruck.

Genau das ist typisch für Schwindel im Alter. Häufig gibt es nicht den einen Auslöser, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Ursachen. Umso wichtiger ist es, die Beschwerden nicht als normale Alterserscheinung abzutun, sondern frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

Denn je besser die Ursache erkannt wird, desto gezielter können Schwindelgefühle behandelt und die Sicherheit im Alltag erhalten werden.

Die besten Hausmittel gegen Schwindelgefühl

Nicht jeder Schwindelanfall erfordert sofort Medikamente. Häufig helfen einfache Hausmittel und Verhaltensweisen, um Beschwerden zu lindern.

1. Ausreichend Wasser trinken

Ein Flüssigkeitsmangel gehört zu den häufigsten Ursachen für Kreislaufprobleme.

Viele Mediziner empfehlen:

  • täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser trinken
  • alternativ ungesüßte Tees
  • besonders bei Hitze oder körperlicher Belastung auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Bereits ein Glas Wasser kann bei niedrigem Blutdruck kurzfristig helfen.

2. Ingwer gegen Schwindel und Übelkeit

Ingwer gilt als bewährtes Hausmittel bei Schwindelgefühlen und Übelkeit.

Viele Betroffene berichten über Linderung durch:

  • frischen Ingwertee
  • das Kauen kleiner Ingwerstücke
  • Ingwerpräparate aus der Apotheke

Besonders bei Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen kann Ingwer hilfreich sein.

3. Frische Luft und Sauerstoff

Herr K. bemerkte, dass seine Schwindelattacken häufig in stickigen Räumen auftraten. Heute öffnet er sofort das Fenster oder geht einige Minuten an die frische Luft.

Mehr Sauerstoff kann helfen, den Kreislauf zu stabilisieren und Benommenheit zu reduzieren.

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4. Atemübungen zur Beruhigung

Stressbedingter Schwindel lässt sich häufig durch bewusstes Atmen verbessern.

Eine einfache Übung:

  1. Langsam durch die Nase einatmen.
  2. Kurz halten.
  3. Langsam durch den Mund ausatmen.

Zusätzlich hilft es, die Augen auf einen festen Punkt in der Umgebung zu richten.

5. Kühle Kompressen im Nacken

Ein kaltes Tuch oder eine kühle Kompresse im Nacken kann den Kreislauf anregen und kurzfristig für Erleichterung sorgen.

Gerade bei Kreislaufschwäche wird diese Methode häufig als angenehm empfunden.

6. Traubenzucker bei Verdacht auf Unterzuckerung

Wenn Schwindel durch Unterzuckerung ausgelöst wird, kann Traubenzucker schnell helfen.

Wichtig: Treten die Beschwerden regelmäßig auf, sollte ein Arzt die Ursache abklären.

Gleichgewichtsübungen gegen Schwindel

Regelmäßiges Gleichgewichtstraining kann das Gleichgewichtssystem stärken und das Risiko für Stürze senken.

Gleichgewichtsübungen für zuhause

  • Auf einem Bein stehen
  • Langsames Gehen auf einer Linie
  • Kontrollierte Gewichtsverlagerungen
  • Koordinationsübungen im Sitzen oder Stehen

Viele ältere Menschen gewinnen dadurch Sicherheit im Alltag zurück.

Spezielle Übungen bei Lagerungsschwindel

Bei Lagerungsschwindel helfen häufig:

  • Epley-Manöver
  • Brandt-Daroff-Übungen

Diese Techniken sollen die verrutschten Kristalle im Innenohr wieder an die richtige Stelle bewegen.

Die Übungen sollten idealerweise zunächst mit einem Arzt oder HNO-Arzt besprochen werden.

Epley-Manöver und Brandt-Daroff-Übungen: Hilfe bei Lagerungsschwindel

Als Herr B. sich nachts im Bett auf die rechte Seite drehte, begann plötzlich alles um ihn herum zu kreisen. Nach wenigen Sekunden war der Schwindel wieder verschwunden. Am nächsten Morgen passierte dasselbe beim Aufstehen.

Der HNO-Arzt stellte die Diagnose: gutartiger Lagerungsschwindel (BPLS).

Genau hier setzen das Epley-Manöver und die Brandt-Daroff-Übungen an.

Das Epley-Manöver: Die Kristalle zurück an ihren Platz bringen

Das Epley-Manöver ist eine spezielle Abfolge von Kopf- und Körperbewegungen. Ziel ist es, die verrutschten Kristalle durch die Schwerkraft aus dem betroffenen Bogengang herauszuleiten und zurück an ihren ursprünglichen Platz zu bewegen.

So läuft das Epley-Manöver grundsätzlich ab:

  1. Sie sitzen aufrecht auf einer Liege oder einem Bett.
  2. Der Kopf wird zur betroffenen Seite gedreht.
  3. Anschließend legen Sie sich schnell auf den Rücken, während der Kopf weiterhin gedreht bleibt.
  4. Nach etwa 30 bis 60 Sekunden wird der Kopf langsam auf die andere Seite gedreht.
  5. Danach drehen Sie den Körper in dieselbe Richtung.
  6. Zum Schluss setzen Sie sich wieder auf.

Während der einzelnen Positionen kann der typische Drehschwindel kurz auftreten. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass die Kristalle tatsächlich bewegt werden.

Wie wirksam ist das Epley-Manöver?

Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden bereits nach einer oder wenigen Anwendungen deutlich. Deshalb gilt das Epley-Manöver heute als eine der wirksamsten Behandlungen bei Lagerungsschwindel.

Wichtig: Die erste Durchführung sollte idealerweise durch einen Arzt, HNO-Arzt oder Physiotherapeuten erfolgen. So kann festgestellt werden, welcher Bogengang betroffen ist und ob die Übung für Sie geeignet ist.

Brandt-Daroff-Übungen: Das Gleichgewichtssystem trainieren

Während das Epley-Manöver die Ursache direkt behandeln soll, verfolgen die Brandt-Daroff-Übungen einen etwas anderen Ansatz.

Hierbei gewöhnt sich das Gehirn schrittweise an die fehlerhaften Signale aus dem Gleichgewichtsorgan. Gleichzeitig können auch verbliebene Kristalle gelöst und umgelagert werden.

So funktionieren Brandt-Daroff-Übungen

  1. Aufrecht auf die Bettkante setzen.
  2. Schnell auf eine Seite legen.
  3. Den Kopf leicht nach oben drehen.
  4. Die Position etwa 30 Sekunden halten oder bis der Schwindel nachlässt.
  5. Wieder aufsetzen.
  6. Dasselbe auf der anderen Seite wiederholen.

Die Übung wird mehrmals hintereinander durchgeführt und häufig über mehrere Tage wiederholt.

Für wen sind Brandt-Daroff-Übungen geeignet?

Sie werden oft empfohlen:

  • wenn Schwindel trotz Epley-Manöver bestehen bleibt
  • bei wiederkehrendem Lagerungsschwindel
  • als ergänzendes Gleichgewichtstraining
  • zur Unterstützung der langfristigen Stabilisierung des Gleichgewichtssinns

Was sollten Betroffene beachten?

Nach den Übungen können vorübergehend leichte Schwindelgefühle auftreten. Das ist meist unbedenklich. Wichtig ist jedoch:

  • Die Übungen nur in einer sicheren Umgebung durchführen.
  • Bei Unsicherheit eine zweite Person dabeihaben.
  • Langsam aufstehen.
  • Bei starken Beschwerden die Übung abbrechen.
  • Vor Beginn ärztlich abklären lassen, ob tatsächlich Lagerungsschwindel vorliegt.

Nicht jeder Schwindel wird durch verrutschte Kristalle im Innenohr verursacht. Auch Kreislaufprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Medikamente oder neurologische Ursachen können ähnliche Symptome auslösen.

Gut zu wissen

Viele Menschen erschrecken bei der ersten Schwindelattacke und befürchten eine schwere Erkrankung. Tatsächlich gehört der gutartige Lagerungsschwindel zu den häufigsten Schwindelursachen im Alter und lässt sich in vielen Fällen sehr erfolgreich behandeln. Oft reichen bereits wenige gezielte Übungen aus, damit sich der Alltag wieder sicherer anfühlt und die Angst vor dem nächsten Schwindelanfall nachlässt.

Wann sollte man bei Schwindel zum Arzt?

Hausmittel können Beschwerden lindern. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Untersuchung.

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn:

  • Schwindel häufig auftritt
  • die Beschwerden zunehmen
  • Übelkeit und Erbrechen stark ausgeprägt sind
  • Hörverlust oder Ohrensausen hinzukommen
  • Stürze auftreten
  • neurologische Symptome auftreten

Der Hausarzt ist meist die erste Anlaufstelle. Je nach Ursache können weitere Untersuchungen beim HNO-Arzt, Neurologen oder Kardiologen sinnvoll sein.

Schwindel im Alter: Zuhause sicher bleiben

Für viele Betroffene ist nicht nur das Schwindelgefühl selbst belastend, sondern die Angst vor einem Sturz.

Eine Tochter erzählte uns einmal:

„Meine Mutter hatte ständig Angst, allein einkaufen zu gehen. Durch die Unterstützung im Alltag kann sie weiterhin zuhause leben und fühlt sich wieder sicherer.“

Genau darum geht es: Selbstständigkeit erhalten, Risiken reduzieren und dafür sorgen, dass Menschen trotz Beschwerden in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Kleine Alltagshilfen mit großer Wirkung

  • Stolperfallen entfernen
  • Gute Beleuchtung schaffen
  • Haltegriffe installieren
  • Regelmäßige Bewegung fördern
  • Unterstützung bei Einkäufen und Arztterminen organisieren

Schon kleine Veränderungen können den Alltag deutlich sicherer machen.

Wie eine Haushaltshilfe bei Schwindel im Alter entlasten kann

Als Frau M., 81, immer häufiger unter Schwindelgefühlen litt, wurden selbst kleine Aufgaben zur Herausforderung. Das Bücken beim Wäscheaufhängen, das Tragen von Einkaufstüten oder das Putzen des Badezimmers lösten Unsicherheit aus. Nach einem Beinahe-Sturz traute sie sich kaum noch allein aus dem Haus.

Viele ältere Menschen erleben etwas Ähnliches. Schwindel im Alter geht oft mit der Angst vor einem Sturz einher. Betroffene bewegen sich vorsichtiger, vermeiden Wege außer Haus und ziehen sich zunehmend aus dem Alltag zurück. Gleichzeitig wachsen die Sorgen von Angehörigen.

Genau hier kann eine Haushaltshilfe entlasten.

Sicherheit bei alltäglichen Aufgaben

Tätigkeiten, die früher selbstverständlich waren, können bei Schwindel schnell zum Risiko werden:

  • Staubsaugen und Wischen
  • Wäsche waschen und aufhängen
  • Betten beziehen
  • Einkaufen
  • Müll entsorgen
  • Treppen steigen

Eine Haushaltshilfe übernimmt diese Aufgaben oder unterstützt dabei, sodass gefährliche Situationen vermieden werden können.

Unterstützung beim Einkaufen und bei Besorgungen

Herr M. litt unter Schwankschwindel und fühlte sich in belebten Supermärkten zunehmend unsicher. Die vielen Eindrücke, Menschen und Bewegungen verstärkten seine Beschwerden.

Heute übernimmt seine Alltagsbegleiterin die Einkäufe oder begleitet ihn dabei. So bleibt er selbstständig, ohne sich unnötigen Risiken auszusetzen.

Begleitung zu Arztterminen

Viele Schwindelpatient:innen müssen regelmäßig zum Hausarzt, HNO-Arzt, Neurologen oder zur Physiotherapie.

Unsere Alltagsbegleitung sorgt dafür, dass niemand diese Wege allein bewältigen muss. Sie begleitet zu Terminen, unterstützt bei der Organisation und gibt Sicherheit auf dem Weg dorthin.

Hilfe bei der Sturzprävention zuhause

Oft fallen Außenstehenden Gefahrenquellen schneller auf als den Betroffenen selbst.

Eine Haushaltshilfe kann dabei helfen:

  • Stolperfallen zu erkennen
  • Teppiche und lose Kabel zu sichern
  • wichtige Gegenstände griffbereit zu platzieren
  • für Ordnung und freie Laufwege zu sorgen

Das reduziert das Sturzrisiko erheblich.

Entlastung für Angehörige

Eine Tochter berichtete uns einmal:

„Meine Mutter hatte ständig Angst, allein zu sein. Ich habe versucht, alles selbst zu übernehmen, Einkäufe, Haushalt, Arzttermine. Irgendwann war ich nur noch erschöpft. Seit wir Unterstützung haben, kann ich wieder Tochter sein und muss nicht alles allein tragen.“

Gerade bei Schwindel fühlen sich viele Angehörige verantwortlich, ständig erreichbar zu sein. Eine verlässliche Haushaltshilfe schafft Entlastung und gibt beiden Seiten mehr Sicherheit.

Fazit: Schwindel im Alter – Ursachen erkennen und richtig handeln

Schwindelgefühle können viele Ursachen haben, vom Herz-Kreislauf-System über das Innenohr bis hin zu Stress oder Medikamenten. Hausmittel wie Wasser, Ingwer, Atemübungen, frische Luft oder Gleichgewichtsübungen können häufig für Linderung sorgen.

Treten Schwindelattacken jedoch regelmäßig auf oder beeinträchtigen sie den Alltag, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Denn das Ziel ist immer dasselbe: Sicherheit, Lebensqualität und die Möglichkeit, weiterhin in den eigenen vier Wänden zu leben.

Tamara Adriana Schmitz ist Autorin für die Agentur für Haushaltshilfe und schreibt zu den Themen Pflegebedürftigkeit und Gesundheit. Seit 2023 ist sie als Teamkoordinatorin im Außendienst Teil des Teams und bringt wertvolle Praxiserfahrung aus der stationären Krankenpflege mit.

Sie arbeitete sieben Jahre in der Krankenpflege und vertiefte ihre Expertise durch eine Weiterbildung zur Fachpflegekraft für Psychiatrie. In dieser Rolle begleitete sie chronisch psychisch erkrankte Menschen und unterstützte sie im Rahmen von DBT- sowie EKT-Programmen. Ihre Beiträge stehen für fachlich fundierte, verständliche und einfühlsame Informationen, bei denen ein individueller Umgang sowie ein ganzheitlicher Blick auf körperliche und psychische Gesundheit im Mittelpunkt stehen.

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