RSV-Impfung in der Schwangerschaft: Orientierung für werdende Eltern

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Wenn im Herbst die RSV Saison beginnt, steigen bei vielen Familien die Sorgen um Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder. Das Respiratorische Synzytial Virus (RSV) ist einer der häufigsten Auslöser von Atemwegserkrankungen im frühen Kindesalter und kann bei den Kleinsten schwere Krankheitsverläufe verursachen. Gleichzeitig stehen neue Möglichkeiten der Prophylaxe zur Verfügung: Impfung in der Schwangerschaft, Antikörpergabe für Säuglinge, Hygieneregeln im Alltag. Erfahren Sie, was es mit der RSV Impfung in der Schwangerschaft auf sich hat, wie die verschiedenen Impfstoffe und Antikörper wirken, welche Empfehlungen die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt und warum die individuelle Beratung durch Ärztin oder Arzt für jede schwangere Person…

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Inhaltsverzeichnis

Wenn im Herbst die RSV Saison beginnt, steigen bei vielen Familien die Sorgen um Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder. Das Respiratorische Synzytial Virus (RSV) ist einer der häufigsten Auslöser von Atemwegserkrankungen im frühen Kindesalter und kann bei den Kleinsten schwere Krankheitsverläufe verursachen. Gleichzeitig stehen neue Möglichkeiten der Prophylaxe zur Verfügung: Impfung in der Schwangerschaft, Antikörpergabe für Säuglinge, Hygieneregeln im Alltag.

Erfahren Sie, was es mit der RSV Impfung in der Schwangerschaft auf sich hat, wie die verschiedenen Impfstoffe und Antikörper wirken, welche Empfehlungen die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt und warum die individuelle Beratung durch Ärztin oder Arzt für jede schwangere Person unverzichtbar bleibt.

Was ist das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV)?

Das respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV oder umgangssprachlich RS‑Virus, ist ein weltweit verbreitetes Virus, das vor allem die Atemwege befällt. Es gehört zur Familie der Paramyxoviren. Der Name „respiratorisches synzytial virus“ bezieht sich darauf, dass das Virus in der Lunge und den unteren Atemwegen Zellen miteinander verschmelzen lässt (Synzytien).

Für gesunde Erwachsene verursacht eine RSV-Infektion meist nur eine Erkältung. Bei sehr jungen Kindern, älteren Menschen und Personen mit Grunderkrankungen kann das Virus RSV jedoch schwere Atemwegsinfektionen auslösen.

Aufbau und Übertragung des respiratorischen Synzytial-Virus

Das RSV gehört zu den behüllten Viren. Auf seiner Oberfläche sitzen Eiweißstrukturen (Glykoproteine), mit denen es an Schleimhautzellen in Nase, Rachen und Lunge andockt. Diese Viren werden vor allem übertragen durch

  • Tröpfchen (z. B. beim Husten oder Niesen)
  • engen Kontakt, etwa beim Kuscheln mit einem erkälteten Baby oder Kind
  • kontaminierte Hände und Oberflächen (Türklinken, Spielzeug)

Schon wenige Viruspartikel reichen für eine Ansteckung. Das macht RSV so ansteckend, vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen mit vielen Kindern.

Begriffe: RS Virus, synzytial virus rsv und andere Namen

Im Alltag tauchen unterschiedliche Formulierungen auf: „RS Virus“, „synzytial virus rsv“, „RSV-Infektion“ oder nur „RS“ – manchmal sogar in Internetdiskussionen als „rs“ geschrieben.

Wichtig ist: Es handelt sich immer um dasselbe Virus, das respiratorische synzytial virus.

Diese Vielfalt an Begriffen kann verwirrend sein. Für die medizinische Beratung spielt sie jedoch keine Rolle, entscheidend ist, ob eine Infektion vorliegt, welches Risiko besteht und welche Prophylaxe- oder Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Warum RSV-Infektionen für Neugeborene und Säuglinge besonders gefährlich sind

Neugeborene, Neugeborenen, Säuglinge und Kleinkinder sind besonders empfindlich: Ihre Atemwege sind eng, das Immunsystem noch unreif. Eine RSV Infektion kann die Bronchien und die Lunge massiv entzünden und zu schweren Erkrankungen führen, etwa Bronchiolitis oder Lungenentzündung.

Gefährdet sind vor allem

  • Kinder im ersten Lebenshalbjahr
  • Frühgeborene
  • Kinder mit Herz Kreislauf Erkrankungen
  • Kinder mit Lungenerkrankungen oder anderen Grunderkrankungen

Bei ihnen drohen schwere Krankheitsverläufe, manchmal mit Sauerstoffpflichtigkeit, intensivmedizinischer Überwachung oder sogar Lebensgefahr.

Erkrankungen der Atemwege und der Lunge

Das respiratorische Synzytial-Virus befällt vor allem die unteren Atemwege:

  • Entzündung der kleinen Bronchien (Bronchiolitis)
  • Schleimhautschwellung und vermehrte Schleimproduktion
  • Verengung der Luftwege , das Kind bekommt schlecht Luft

Dadurch kann der Krankheitsverlauf rasant schwerer werden. Gerade bei sehr jungen Säuglingen genügt schon eine leichte Schwellung, um die engen Luftwege zu verstopfen.

Typische RSV Symptome bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern

Eine RSV-Infektion verläuft anfangs wie ein normaler Infekt der oberen Atemwege:

  • Schnupfen, Husten, eventuell Fieber
  • Trinkschwäche, Unruhe oder auffallende Müdigkeit

Wird die Lunge stärker betroffen, können verschiedene Folgen auftreten:

  • schnelle Atmung, Bauch- oder Nasenflügelatmung
  • pfeifende Geräusche beim Ausatmen
  • bläuliche Verfärbung der Lippen (Zeichen von Sauerstoffmangel)

In solchen Fällen ist eine rasche ärztliche Behandlung dringend nötig.

Die RSV-Saison: Wann steigt das Risiko?

In Deutschland treten die meisten RSV Infektionen in den Wintermonaten auf. Laut Robert Koch-Institut verläuft die RSV Saison typischerweise von Herbst bis Frühjahr, mit einem Schwerpunkt zwischen Oktober und März.

Für werdende Eltern heißt das: Wenn die Geburt eines Neugeborenen in diesen Zeitraum fällt, ist das Risiko erhöht, dass das Baby schon in den ersten Lebenswochen mit RSV in Kontakt kommt. Genau hier setzt die Idee der RSV Impfung Schwangerschaft an, oder alternativ die passive Immunisierung des Kindes nach der Geburt.

RSV-Impfung in der Schwangerschaft – Grundprinzipien

Die RSV Impfung in der Schwangerschaft verfolgt ein klares Ziel: Die Mutter bildet nach der Impfung gegen RSV schützende Antikörper, die über die Plazenta auf das Neugeborene übertragen werden.

So entsteht ein sogenannter Nestschutz, also ein vorübergehender Schutz des Kindes in den ersten Lebensmonaten, wenn das eigene Immunsystem noch nicht voll einsatzfähig ist.

Wichtig: In Deutschland gibt es derzeit keine generelle STIKO-Empfehlung zur RSV Impfung in der Schwangerschaft. Die Ständige Impfkommission prüft zwar die Datenlage, hält sie aber nach aktuellem Datenstand noch nicht für ausreichend, um eine allgemeine Standardimpfung für Schwangere zu empfehlen.

Wie die RSV-Impfung wirkt und Nestschutz entsteht

Nach der Impfung bildet die schwangere Person spezifische Antikörper gegen das Synzytial-Virus (RSV). Diese werden vor allem im dritten Trimester über die Plazenta an das neugeborene Baby weitergegeben (Immunisierung des Kindes vor der Geburt).

Der Nestschutz hält nicht dauerhaft an, aber vor allem in den ersten 3–6 Lebensmonaten kann er das Risiko für schwere Erkrankungen der Lunge vermindern.

Zeitpunkt der RSV-Impfung in der Schwangerschaft

Der zugelassene Impfstoff für Schwangere wird als einmalige Gabe zwischen etwa der 24. und 36. Schwangerschaftswoche empfohlen, optimal sind nach einigen Daten etwa fünf Wochen vor der Geburt, um möglichst viele Antikörper rechtzeitig an das Neugeborene zu übertragen.

Im Einzelfall bespricht die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, ob eine RSV Impfung in der Schwangerschaft sinnvoll erscheint, welche Risikofaktoren vorliegen (z. B. Frühgeburtsrisiko, Mehrlingsschwangerschaft, chronische Erkrankungen der Mutter wie Diabetes mellitus oder Herz Kreislauf Erkrankungen) und ob eventuell andere Strategien, etwa die passive Prophylaxe des Kindes, bevorzugt werden.

Was empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO)?

Die Ständige Impfkommission (kurz: STIKO) bewertet Impfstoffe und spricht für Deutschland Empfehlungen aus. Beim Thema RSV ergibt sich aktuell folgendes Bild:

  • Für Neugeborene und Säuglinge:
    • Die STIKO empfiehlt eine Prophylaxe mit Nirsevimab (Beyfortus) für alle Säuglinge in der ersten RSV Saison und für bestimmte Kleinkinder mit erhöhtem Risiko.
  • Für Erwachsene:
    • Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung mit bestimmten Impfungen für ältere Menschen, z. B. Personen ab 75 Jahren und Personengruppen ab 60 Jahren mit schweren Vorerkrankungen.
  • Für Schwangere:
    • Der Proteinimpfstoff für die RSV-Impfung Schwangerschaft ist zwar zugelassen, doch nach aktuellem Datenstand sieht die STIKO bis jetzt nicht genug Daten, um die maternale RSV-Impfung als allgemeine Standardimpfung zu empfehlen. Entscheidungen erfolgen derzeit individuell nach ärztlicher Beratung.

Für Familien bedeutet das: Es gibt in Deutschland eine klare STIKO-Strategie für die Vorbeugung schwerer RSV-Erkrankungen bei Säuglingen, derzeit vorrangig durch Nirsevimab. Die Frage, ob zusätzlich eine Impfung der Schwangere sinnvoll ist, wird von Experten individuell abgewogen.

Risiken, Nebenwirkungen und besondere Risikofaktoren der RSV-Impfung

Wie jede Impfung kann auch die RSV Impfung in der Schwangerschaft Nebenwirkungen haben. In den bisherigen Studien traten vor allem lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Kopf- oder Muskelschmerzen und gelegentlich Fieber auf. Schwere unerwünschte Ereignisse waren selten.

Für das Kind selbst erhöht eine RSV-Infektion das Risiko für schwere Krankheitsverläufe, besonders wenn zusätzlich Grunderkrankungen bestehen oder es sich um ein Frühgeborenes handelt.

Entscheidend: Die Abwägung von Risiko und Schutz erfolgt immer individuell, gemeinsam mit einer erfahrenen Ärztin oder einem Arzt.

RSV-Vorbeugung im Alltag: Hygieneregeln und weitere Schutzmaßnahmen

Neben Impfung und Antikörper-Prophylaxe spielt die Vorbeugung im Alltag eine wichtige Rolle, um Infektionen zu vermeiden:

  • konsequentes Händewaschen für alle Personen, die das Baby betreuen
  • Husten- und Niesetikette (in die Armbeuge husten oder niesen)
  • Menschen mit akuter Infektion sollten engen Kontakt mit Neugeborenen und Säuglingen möglichst meiden
  • regelmäßiges Lüften, besonders in der RSV Saison
  • Spielzeug und häufig berührte Flächen reinigen

Solche Hygieneregeln helfen nicht nur gegen RSV, sondern auch gegen andere Atemwegsinfektionen. Für besonders gefährdete Personengruppen (z. B. Erwachsene mit schweren Grunderkrankungen, sehr alte Personen ab 75 Jahren, chronisch kranke Erwachsenen) sind diese Maßnahmen eine wichtige Ergänzung zu Impfungen.

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Häufige Fragen von Schwangeren und Familien

Ist die RSV Impfung Schwangerschaft für mich Pflicht?
Nein. Es gibt aktuell keine Pflicht und auch keine generelle STIKO-Empfehlung. Die Entscheidung erfolgt freiwillig und nach individueller Aufklärung in der Regel zwischen der 32. und 36. Schwangerschaftswoche.

Was ist, wenn ich mich nicht impfen lasse?
Dann kann Ihr Baby trotzdem über Nirsevimab (Beyfortus) eine passive Immunisierung bekommen, je nach Datenstand und verfügbaren Angeboten. In vielen Ländern steht diese Option für Neugeborenen in der ersten RSV Saison zur Verfügung.

Was, wenn ich schon eine RSV-Infektion hatte?
Durchgemachte RSV Infektionen verleihen keinen dauerhaften Schutz. Auch Erwachsene können sich mehrfach anstecken und das Virus an Säuglinge oder Kleinkinder weitergeben.

Die hier aufgeführten Informationen gelten als Richtwerte. Solche Fragen sollten Sie immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, dort erhalten Sie individuelle Antworten.

Die Rolle von Haushaltshilfen und Betreuungskräften

Für Familien mit Haushaltshilfen, Babysittern oder Pflegekräften ist deren Rolle im Infektionsschutz besonders wichtig:

  • Haushaltshilfen und Betreuungspersonen sollten über RSV, Atemwegserkrankungen und die Möglichkeit der Übertragung informiert sein.
  • Konsequente Hygieneregeln (Händewaschen, nicht mit akuter Infektion zur Arbeit kommen) schützen sowohl das Baby als auch andere Menschen im Haushalt.
  • Bei Kontakt mit gefährdeten Kindern, etwa Säuglingen, Kleinkindern oder Kindern mit schweren Erkrankungen, sollten Betreuungskräfte aufmerksam auf eigene Erkältungssymptome achten.

Gerade in Haushalten, in denen mehrere Personen auf das Kind aufpassen, ist eine klare Absprache sinnvoll, damit alle denselben Standard leben.

Fazit: Gut informiert entscheiden, gemeinsam mit Ärztin oder Arzt

Das respiratorische Synzytial-Virus ist für die meisten gesunden Erwachsenen nur ein lästiger Infekt. Für Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder kann es jedoch schwere Atemwegsinfektionen der Lunge verursachen, mit teilweise dramatischem Verlauf. Moderne Medizin bietet heute mehrere Strategien:

  • die optionale RSV Impfung Schwangerschaft mit Protein-Impfstoff (Abrysvo) zur Stärkung des Nestschutzes,
  • die passive Immunisierung mit Nirsevimab (Beyfortus) bei Säuglingen und gefährdeten Kleinkindern,
  • ergänzende Schutzimpfungen wie die COVID-19 Impfung mit COVID-19 mRNA-Impfstoffen,
  • konsequente Vorbeugung durch Hygieneregeln im Alltag.

Gleichzeitig ist die Datenlage zur maternalen RSV-Impfung noch im Fluss. Fachgesellschaften und Experten beobachten neue Studien aufmerksam, bewerten Ergebnisse und passen Empfehlungen an.

Für Sie als werdende Mutter, Vater oder Bezugsperson gilt:

  • Holen Sie sich ärztlichen Rat, besonders wenn Risikofaktoren wie Grunderkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Herz Kreislauf Erkrankungen) vorliegen.
  • Sprechen Sie die Möglichkeit einer Impfung oder Antikörpergabe an, sowohl für sich selbst als auch für Ihr Kind.
  • Entscheiden Sie in Ruhe und gut informiert, welche Form der Prophylaxe für Ihre Familie am besten passt.

Dieser Artikel kann Orientierung geben, ersetzt aber keine persönliche Beratung. Die letztliche Entscheidung über Impfung, Behandlung und andere Schritte sollten Sie immer gemeinsam mit einer vertrauten Ärztin oder einem Arzt treffen.

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